Blitzlicht Januar 2019

„Spielst du mit mir Schuhräuber?“ fragt mein dreijähriges Enkelkind.

Schuhräuber spielen, d.h., ich gehe im Raum herum, und er versucht, mir einen Schuh weg zu nehmen. Ich lasse es zu, dass er einen bekommt, und er lacht laut und läuft weg. Natürlich muss ich hinterher und versuchen, meinen Schuh wieder zu bekommen, und dann geht es wieder von vorne los.

„Kissenschlacht“ ist ein ähnliches Spiel, bei dem ich, wenn er mich mit einem Kissen trifft, umfalle. Auch das löst bei ihm jedes Mal große Freude aus.

Diese Art Spiele gehören zu den „Bindungsspielen“. Aletha J. Solter hat ihnen ein sehr lesenswertes Buch gewidmet. Es heißt

„Spielen schafft Nähe – Nähe löst Konflikte“ (Kösel Verlag).

Die oben von mir beschriebenen Spiele gehören zu den „Machtumkehrspielen“. Wir erwarten sehr häufig von unseren Kindern, dass sie kooperieren, sich unseren Zeitplänen anpassen und das ist nicht immer so einfach für sie. Darum tut es ihnen gut, wenn sie einmal die „Fäden in der Hand“ haben und die Eltern vorgeben, schwach, ängstlich, begriffsstutzig usw. zu sein.

Nach Solter gehören zu den Bindungsspielen, außer den „Machtumkehrspielen“ u.a. auch „Trennungsspiele“, „Nonsensspiele“, „Symbolspiele“, „Imitationsspiele“, „Regressionsspiele“ und „Kontingenzspiele“.

Für alle Eltern, die ihre Kinder besser verstehen wollen, ihnen eventuell in Konfliktsituationen helfen wollen und die Bindung vertiefen wollen, bietet dieses Buch zahlreiche Spielideen.

https://www.randomhouse.de/Suche.rhd?searchText=Spielen+schafft+N%C3%A4he+-+N%C3%A4he+l%C3%B6st+Konflikte