Blitzlicht Januar 2020

Du und ich stehen in einer Beziehung zueinander, die ich sehr schätze.

Ich weiß, dass jeder von uns danach trachtet, seine Bedürfnisse zu befriedigen.

Wenn du mich mit deinem Verhalten daran hinderst, meine Bedürfnisse zu befriedigen,
werde ich dir offen und ohne Vorwürfe sagen, wie mir zumute ist,
damit du allenfalls dein Verhalten verändern kannst.
Und ich vertraue darauf, dass auch du mir sagst,
wenn du dich durch mein Verhalten gehindert fühlst, deine Bedürfnisse zu befriedigen

Wenn wir einen Konflikt haben, werden wir gemeinsam nach Lösungen suchen,
die die Bedürfnisse aller beteiligten so befriedigen, dass es weder Gewinner noch Verlierer gibt

Wenn du Probleme hast, deine Bedürfnisse zu befriedigen,
werde ich dir annehmend und verständnisvoll zuhören,
um es dir auf diese Art zu ermöglichen, Lösungen zu entdecken,
die dir gemäß sind, anstatt dir meine Lösung aufzudrängen.
Und ich hoffe, dass du mir auch auf diese Art zuhörst, wenn mich etwas beschäftigt

So kann sich jeder von uns entfalten und das werden, wozu er fähig ist.
Und wir können eine zufriedene, von Respekt, Freundschaft und Liebe getragene Beziehung zueinander haben.

Thomas Gordon, Credo für meine Beziehung zum anderen

Blitzlicht Januar 2019

„Spielst du mit mir Schuhräuber?“ fragt mein dreijähriges Enkelkind.

Schuhräuber spielen, d.h., ich gehe im Raum herum, und er versucht, mir einen Schuh weg zu nehmen. Ich lasse es zu, dass er einen bekommt, und er lacht laut und läuft weg. Natürlich muss ich hinterher und versuchen, meinen Schuh wieder zu bekommen, und dann geht es wieder von vorne los.

„Kissenschlacht“ ist ein ähnliches Spiel, bei dem ich, wenn er mich mit einem Kissen trifft, umfalle. Auch das löst bei ihm jedes Mal große Freude aus.

Diese Art Spiele gehören zu den „Bindungsspielen“. Aletha J. Solter hat ihnen ein sehr lesenswertes Buch gewidmet. Es heißt

„Spielen schafft Nähe – Nähe löst Konflikte“ (Kösel Verlag).

Die oben von mir beschriebenen Spiele gehören zu den „Machtumkehrspielen“. Wir erwarten sehr häufig von unseren Kindern, dass sie kooperieren, sich unseren Zeitplänen anpassen und das ist nicht immer so einfach für sie. Darum tut es ihnen gut, wenn sie einmal die „Fäden in der Hand“ haben und die Eltern vorgeben, schwach, ängstlich, begriffsstutzig usw. zu sein.

Nach Solter gehören zu den Bindungsspielen, außer den „Machtumkehrspielen“ u.a. auch „Trennungsspiele“, „Nonsensspiele“, „Symbolspiele“, „Imitationsspiele“, „Regressionsspiele“ und „Kontingenzspiele“.

Für alle Eltern, die ihre Kinder besser verstehen wollen, ihnen eventuell in Konfliktsituationen helfen wollen und die Bindung vertiefen wollen, bietet dieses Buch zahlreiche Spielideen.

https://www.randomhouse.de/Suche.rhd?searchText=Spielen+schafft+N%C3%A4he+-+N%C3%A4he+l%C3%B6st+Konflikte